Eigene Homepage mit WordPress (Teil 2): WordPress auf der Synology installieren und richtig einstellen

WordPress ist auf der Synology schnell installiert. Das eigentliche Problem kam bei mir erst später: Einige Einstellungen hatte ich am Anfang nicht beachtet, und als die ersten Artikel online und bei Google waren, musste ich sie mühsam korrigieren. In diesem zweiten Teil der Serie zeige ich dir, wie du WordPress installierst und welche Einstellungen du gleich am ersten Tag richtig setzt.
Kurz gesagt: Nach der Installation zuerst die Permalinks auf „Beitragsname“ stellen, Titel und Untertitel festlegen, eigene Kategorien anlegen, Kommentare abschalten und prüfen, dass Suchmaschinen nicht ausgesperrt sind. Erst dann den ersten Artikel schreiben.
Falls du Teil 1 noch nicht kennst: Dort erkläre ich, warum mein WordPress nur zu Hause läuft und nicht im Internet steht. Das ist wichtig für einige Einstellungen weiter unten.
WordPress aus dem Paket-Zentrum installieren
Synology bietet WordPress als fertiges Paket an. Du musst nichts herunterladen und keine Datenbank von Hand einrichten.
- Öffne auf der Synology das Paket-Zentrum und suche nach WordPress.
- Klicke auf Installieren. Die Synology bietet an, die nötigen Begleiter gleich mitzuinstallieren: Web Station (der Webserver), MariaDB (die Datenbank) und PHP. Bestätige das.
- Der Assistent fragt nach Angaben für die Datenbank. Wähle ein eigenes, sicheres Passwort und notiere es dir gut.
- Danach öffnest du WordPress im Browser, zum Beispiel unter
http://IP-deiner-Synology/wordpress/, und folgst der Einrichtung: Sprache, Name der Website, Benutzer, Passwort.
Zwei Hinweise aus meiner Erfahrung:
- Nimm als Benutzernamen nicht „admin“. Auch wenn deine Installation nicht öffentlich ist – es ist eine gute Gewohnheit, und sie kostet nichts.
- Stell WordPress nicht ins Internet. Kein QuickConnect, kein Reverse Proxy, keine Portfreigabe für WordPress. Die Installation bleibt im Heimnetz, so wie in Teil 1 beschrieben.
Wo die Dateien liegen
Das brauchst du später öfter, zum Beispiel für ein eigenes Theme: Die WordPress-Dateien liegen in der File Station im Ordner web_packages/wordpress. Dort findest du auch wp-content/themes für die Designs und wp-content/uploads für alle Bilder.
Eine Überraschung hatte ich hier: WordPress läuft auf meiner Synology nicht als der übliche Benutzer „http“, sondern als eigener Benutzer „WordPress“. Wenn du später Ordnerrechte vergibst und nichts passiert, denk daran.
Einstellung 1: Permalinks auf „Beitragsname“
Das ist die wichtigste Einstellung überhaupt. Ohne sie heißt jede Seite so: …/?p=143. Daraus kann weder ein Mensch noch Google erkennen, worum es geht. Und wenn du die Adressen später umstellst, sind alle alten Links ungültig.
- Öffne Einstellungen → Permalinks.
- Wähle Beitragsname.
- Trag weiter unten bei Kategorie-Basis ein deutsches Wort ein, bei mir
kategorie. Sonst stehen deine Kategorien unter/category/…. - Klicke auf Änderungen speichern.
Ab jetzt lautet die Adresse eines Artikels zum Beispiel /wordpress-synology-ohne-webhosting-teil-1/. Bei jedem neuen Beitrag lohnt sich ein Blick auf diese Adresse (in WordPress heißt sie „Slug“): kurz, ohne Füllwörter, mit den Begriffen, nach denen jemand suchen würde.
Einstellung 2: Titel und Untertitel bewusst wählen
Unter Einstellungen → Allgemein stehen Titel der Website und Untertitel. Das klingt nach Kleinigkeit, ist es aber nicht: Genau diese beiden Angaben zeigt Google bei deiner Startseite als Überschrift an.
Bei mir stand dort wochenlang noch „Natur · Ungeschönt“ – ein Überbleibsel aus einem Theme, mit dem ich anfangs herumprobiert hatte. Genau das hat Google übernommen. Eine Seite über Smart Home mit dem Untertitel „Natur · Ungeschönt“ – da klickt niemand. Heute steht dort „Smart Home ohne Frust“, und es dauerte eine Weile, bis Google das mitbekam.
- Titel: der Name deiner Seite, genau so geschrieben wie in deinem Logo.
- Untertitel: ein kurzer Satz, der sagt, worum es geht. Keine Platzhalter, keine Witze, die man nur selbst versteht.
Auf derselben Seite stellst du auch die Sprache auf Deutsch und die Zeitzone auf Berlin. Sonst stimmen die Uhrzeiten deiner Beiträge nicht.
Einstellung 3: Kategorien von Anfang an sauber anlegen
WordPress steckt jeden Beitrag automatisch in die Kategorie „Allgemein“, wenn du nichts anderes auswählst. Bei mir landeten so die ersten Artikel genau dort – und damit auf einer Seite, die nichts aussagt, statt bei ihrem eigentlichen Thema.
- Überlege dir drei bis fünf Themen, über die du schreiben willst. Bei mir sind das Home Assistant, Synology NAS und macOS.
- Lege sie unter Beiträge → Kategorien an. Achte auf eine kurze Titelform, zum Beispiel
synology-nas. - Gib jeder Kategorie eine kurze Beschreibung. Viele Themes zeigen sie auf der Kategorie-Seite an, und sie kann als Beschreibung bei Google erscheinen.
- Kontrolliere bei jedem neuen Beitrag rechts unter Kategorien, dass nicht „Allgemein“ angehakt ist.
Einstellung 4: Kommentare abschalten
Bei einer statischen Website gibt es online kein WordPress, das einen Kommentar entgegennehmen könnte. Das Kommentarformular wird aber trotzdem mit exportiert. Ein Besucher könnte also etwas eintippen, auf „Absenden“ klicken – und es passiert nichts. Das wirkt unprofessionell.
- Öffne Einstellungen → Diskussion.
- Entferne das Häkchen bei Erlaube Besuchern, neue Beiträge zu kommentieren.
- Speichern.
Achtung: Das gilt nur für neue Beiträge. Bei bereits vorhandenen schaltest du die Kommentare einzeln ab, rechts in den Beitragseinstellungen unter Diskussion. Wer Kommentare möchte, kann das später mit einem externen Dienst nachrüsten.
Einstellung 5: Suchmaschinen nicht aussperren
Unter Einstellungen → Lesen gibt es den Punkt Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren. Bei einer Installation, die nur zu Hause läuft, liegt der Gedanke nahe, hier einen Haken zu setzen. Tu das nicht.
Der Haken schreibt in jede Seite einen unsichtbaren Hinweis „bitte nicht in die Suche aufnehmen“. Die statische Kopie übernimmt diesen Hinweis – und deine öffentliche Seite taucht bei Google nie auf. Deine Installation zu Hause ist ohnehin nicht erreichbar, der Schutz bringt also nichts.
Die Checkliste für den ersten Tag
- Permalinks auf Beitragsname, Kategorie-Basis auf Deutsch
- Titel und Untertitel so, wie sie bei Google stehen sollen
- Sprache Deutsch, Zeitzone Berlin
- Eigene Kategorien mit Beschreibung, nichts unter „Allgemein“
- Kommentare aus
- Suchmaschinen nicht aussperren
Fazit
Die Installation selbst ist in einer Viertelstunde erledigt. Die Zeit fressen die Einstellungen, die man erst bemerkt, wenn die Seite schon online ist und Google sie längst übernommen hat. Nimm dir deshalb am ersten Tag diese zehn Minuten für die Checkliste. Im nächsten Teil geht es um das Design: warum ich von einem fertigen Baukasten-Theme zu einem eigenen, schlanken Theme gewechselt bin.
Du hängst bei der Installation auf deiner Synology fest? Schreib mir – genau bei solchen Fragen helfe ich gern weiter.