Homeassistant auf Synology Container Manager installieren

Deine Synology läuft ohnehin rund um die Uhr, verbraucht wenig Strom und hat Reserven satt – warum also für Home Assistant extra einen Raspberry Pi anschaffen und eine SD-Karte, die irgendwann stirbt? Diese Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Home Assistant im Container Manager deiner Synology installierst – bedient komplett vom Mac aus. Sie sagt dir aber auch ehrlich, wo dieser Weg an seine Grenzen stößt, damit du nicht nach zwei Wochen frustriert alles wieder abreißt.
Zuletzt nachgebaut und verifiziert: September 2026.
Worum es geht
Home Assistant gibt es in mehreren Geschmacksrichtungen. Auf einem Raspberry Pi installiert man meist Home Assistant OS – ein fertiges Betriebssystem, das alles mitbringt. Auf einer Synology geht das nicht ohne Weiteres; dort läuft Home Assistant als Docker-Container, den der Container Manager von DSM verwaltet. Container Manager ist Synologys eigene Docker-Oberfläche und hat auf DSM 7.2 das alte „Docker“-Paket abgelöst.
Der Container-Weg ist schlank und schnell aufgesetzt. Er hat aber einen entscheidenden Unterschied zu Home Assistant OS, den du vor der Installation verstanden haben solltest – sonst suchst du später vergeblich nach Dingen, die es hier gar nicht gibt.
| NAS | Synology DS918+ (x86, Intel) |
| DSM | 7.2.2-72806 |
| Container Manager | 24.0.2-1525 |
| Home-Assistant-Image | ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable |
| Home Assistant Core | 2026.9 |
| Steuerung | macOS Tahoe, Safari |
| Stand | September 2026 |
Der wichtigste Unterschied: Container ist nicht Home Assistant OS
Auf der Synology bekommst du Home Assistant Core im Container – die eigentliche Smart-Home-Zentrale, nicht mehr und nicht weniger. Was fehlt, ist der Supervisor, und damit der komplette Add-on-Store. Diese praktischen Ein-Klick-Add-ons wie Mosquitto (MQTT-Broker), Zigbee2MQTT, der File-Editor oder das offizielle Backup-System gibt es im Container schlicht nicht.
Voraussetzungen
- Eine Synology mit DSM 7.2 oder neuer und Intel-/x86-Prozessor (wie meine DS918+). Bei älteren Modellen heißt das Paket noch „Docker“ statt „Container Manager“, die Schritte sind aber fast identisch.
- Eine feste IP-Adresse für die Synology im Router. Home Assistant ist später über diese Adresse erreichbar – wandert sie, ist deine Zentrale weg.
- Admin-Zugang zu DSM und ein paar Minuten Zeit. Kein Terminal nötig – wir machen alles über die DSM-Oberfläche im Browser.
Schritt 1: Container Manager installieren
- Öffne DSM im Browser (
http://synology-ip:5000) und melde dich als Administrator an. - Starte das Paket-Zentrum, suche nach Container Manager und installiere es. Auf älteren DSM-Versionen suchst du stattdessen nach Docker.
- Nach der Installation öffnest du den Container Manager einmal, damit DSM im Hintergrund den Ordner
/dockeranlegt. Den brauchen wir gleich.
Schritt 2: Konfigurationsordner anlegen
Home Assistant speichert seine gesamte Konfiguration in einem Ordner auf der Synology. Diesen legen wir bewusst selbst an – so weißt du immer, wo deine Daten liegen, und kannst sie später gezielt sichern.
- Öffne die File Station in DSM.
- Geh in den freigegebenen Ordner
dockerund lege dort einen neuen Ordner an – exakt klein geschrieben:homeassistant. - Der vollständige Pfad lautet damit
/volume1/docker/homeassistant. Nutzt deine Synology ein anderes Volume (etwavolume2), passe den Pfad später in der Konfiguration entsprechend an.
Schritt 3: Projekt mit docker-compose anlegen
Statt den Container über zig Menüs zusammenzuklicken, nutzen wir ein Projekt. Ein Projekt im Container Manager ist nichts anderes als eine docker-compose-Datei: eine kompakte Textbeschreibung des gesamten Containers. Das hat zwei Vorteile – du siehst auf einen Blick, was eingestellt ist, und kannst genau diese Datei später sichern oder auf einer anderen Synology wiederverwenden.
- Öffne den Container Manager und wechsle links auf Projekt → Erstellen.
- Projektname:
homeassistant. Als Pfad wählst du den eben angelegten Ordner/docker/homeassistant. - Bei „Quelle“ wählst du docker-compose.yml erstellen und fügst den folgenden Inhalt ein:
services:
homeassistant:
image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable
container_name: homeassistant
restart: unless-stopped
network_mode: host
privileged: true
stop_grace_period: 60s
environment:
- TZ=Europe/Berlin
volumes:
- /volume1/docker/homeassistant:/config
- /etc/localtime:/etc/localtime:ro
Was die einzelnen Zeilen bedeuten:
image– das offizielle Home-Assistant-Image von GitHub. Der Tagstablezieht immer die aktuelle stabile Version.network_mode: host– Home Assistant teilt sich das Netzwerk direkt mit der Synology. Das ist wichtig, damit die automatische Geräteerkennung (Discovery) funktioniert und der Port 8123 erreichbar ist.volumes– verbindet deinen Ordner/volume1/docker/homeassistantmit dem/configim Container. Alles, was Home Assistant speichert, liegt damit sichtbar auf der Synology. Die zweite Zeile übernimmt die Systemzeit der NAS.stop_grace_period: 60s– gibt Home Assistant beim Stoppen 60 Sekunden, um seine Datenbank sauber zu schließen. Die Docker-Standardvorgabe von 10 Sekunden ist zu knapp und kann die Datenbank beschädigen.TZ=Europe/Berlin– setzt die Zeitzone. Ohne sie laufen deine Automatisierungen nach UTC und feuern zwei Stunden zu früh.
Schritt 4: Projekt starten
- Klick dich durch den Assistenten weiter. Fragen nach einem Web-Portal oder Reverse-Proxy kannst du überspringen – wir greifen direkt über Port 8123 zu.
- Bestätige mit Fertig. Der Container Manager lädt jetzt das Image herunter (rund 1–2 GB) und startet den Container. Das dauert beim ersten Mal ein paar Minuten.
- Im Reiter Container siehst du
homeassistantmit dem Status „läuft“. Über die Protokolle kannst du zusehen, wie Home Assistant hochfährt.
Schritt 5: Home Assistant im Browser einrichten
Jetzt kommt der schöne Moment. Öffne am Mac einen neuen Tab und ruf auf:
http://synology-ip:8123
Ersetze synology-ip durch die feste IP deiner NAS, zum Beispiel http://192.168.1.50:8123. Beim allerersten Aufruf braucht Home Assistant nach dem Start manchmal ein, zwei Minuten, bis die Onboarding-Seite erscheint – falls du eine Fehlermeldung siehst, kurz warten und neu laden.
- Leg dein Benutzerkonto an (Name, Benutzername, ein sicheres Passwort). Dieses Konto ist der Administrator deiner Zentrale.
- Setz deinen Standort, Zeitzone und Einheiten. Der Standort steuert später Dinge wie Sonnenauf- und -untergang für Automatisierungen.
- Entscheide über die Datenfreigabe (anonyme Statistik) – das ist reine Geschmackssache und lässt sich jederzeit ändern.
- Home Assistant zeigt dir zum Abschluss bereits automatisch gefundene Geräte im Netzwerk an. Die kannst du direkt einbinden oder erst einmal überspringen.
Schritt 6: Updates und Backup
Zwei Dinge, die im Container anders laufen als bei Home Assistant OS – und die man kennen muss, sonst wird es später unangenehm.
Updates: das Image neu ziehen
Der „Aktualisieren“-Knopf innerhalb von Home Assistant funktioniert im Container nicht – Updates laufen über den Container Manager. So geht’s: Im Reiter Registrierung (oder „Image“) das home-assistant:stable-Image erneut herunterladen, dann im Projekt auf Aktion → Neu erstellen gehen. Der Container startet mit der neuen Version, deine Konfiguration im /config-Ordner bleibt unangetastet.
Backup: den config-Ordner sichern
Da es das Supervisor-Backup nicht gibt, sicherst du einfach den Ordner /volume1/docker/homeassistant. Genau dafür ist die Synology gemacht: Richte in Hyper Backup eine regelmäßige Sicherung dieses Ordners ein – auf eine externe Platte oder in die Cloud. Damit ist deine komplette Home-Assistant-Zentrale gesichert und in Minuten wiederherstellbar.
Wenn es nicht funktioniert
Die typischen Stolpersteine bei der Synology-Installation – mit der jeweiligen Lösung. Das ist der Abschnitt, den die meisten per Google suchen.
Die Seite unter Port 8123 lädt nicht
Prüfe zuerst im Container Manager, ob der Container wirklich läuft und sieh in die Protokolle. Steht dort Address already in use, belegt ein anderes Programm den Port 8123 auf der Synology. Läuft der Container sauber, aber die Seite bleibt weiß: Hast du wirklich die feste IP der NAS und den Port angegeben (:8123) – und nicht versehentlich https statt http?
„host network mode is not supported“
Auf manchen DSM-Versionen zickt der Assistent beim Netzwerkmodus „host“. Lässt sich das Projekt deshalb nicht anlegen, entferne die Zeile network_mode: host und ergänze stattdessen eine Portfreigabe. Discovery funktioniert dann eingeschränkter, für netzwerkbasierte Geräte reicht es aber:
ports:
- 8123:8123
Der Port 8123 ist schon belegt
Läuft auf deiner Synology bereits ein Dienst auf Port 8123, startet Home Assistant nicht sauber oder die Seite bleibt weiß. Wichtig: Solange network_mode: host gesetzt ist, kannst du den Port nicht per Umleitung (8124:8123) in der Compose-Datei ändern – im Host-Modus ignoriert Docker das. Du sagst stattdessen Home Assistant selbst, auf welchem Port es lauschen soll:
- Öffne in der File Station den Ordner
/volume1/docker/homeassistantund darin die Dateiconfiguration.yaml(Rechtsklick → mit Text-Editor öffnen). - Ergänze oben – oder erweitere einen schon vorhandenen
http:-Block – diese zwei Zeilen. Wichtig: Einrückung mit zwei Leerzeichen, keine Tabs.
http:
server_port: 8124
- Speichern, dann im Container Manager den Container
homeassistanteinmal stoppen und neu starten. - Home Assistant ist jetzt unter
http://synology-ip:8124erreichbar. Den Port kannst du frei wählen (z. B. 8124 oder 8234).
ports: 8124:8123 um – dann funktioniert allerdings die automatische Geräteerkennung nur noch eingeschränkt.Die Uhrzeit in Home Assistant stimmt nicht
Fast immer fehlt oder stimmt die Zeitzone nicht. Kontrolliere die Zeile TZ=Europe/Berlin im Projekt und dass die Synology selbst unter Systemsteuerung → Regionale Optionen auf die richtige Zeitzone und einen NTP-Zeitserver eingestellt ist.
Nach einem Neustart der Synology ist Home Assistant weg
Das darf mit restart: unless-stopped nicht passieren – der Container startet mit der NAS automatisch wieder. Fehlt die Zeile, ergänze sie im Projekt. Prüfe außerdem, ob der Container Manager selbst beim Systemstart geladen wird (Standard bei DSM 7.2).
Ich will meinen Zigbee-Stick (ConBee) an der Synology nutzen
Das ist der wunde Punkt des Synology-Wegs. USB-Sticks sauber in einen Container durchzureichen ist auf DSM fummelig: DSM zeigt den Stick nicht immer verlässlich als /dev/ttyACM0, nach einem Neustart kann sich der Pfad verschieben, und Zigbee2MQTT musst du zusätzlich als eigenen Container betreiben. Machbar ist es, aber es ist kein Anfänger-Thema. Wenn Zigbee dein Hauptgrund ist, lies den nächsten Absatz.
Fazit: Synology oder doch der Raspberry Pi?
Der Container Manager macht die Synology zu einer soliden Home-Assistant-Zentrale – vorausgesetzt, deine Geräte sprechen übers Netzwerk. WLAN-Steckdosen, Shelly, Hue, ein Stromzähler-Auslesekopf per LAN, Media-Player: All das bindest du problemlos ein, sparst dir zusätzliche Hardware und bekommst mit Hyper Backup eine erstklassige Sicherung praktisch geschenkt.
Wie geht’s weiter? Steht deine Zentrale, ist der nächste sinnvolle Schritt die saubere Grundeinstellung – Bereiche, Nutzer, ein erstes Dashboard. Genau das schauen wir uns im nächsten Artikel an.
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